gedenken, medien, marx
11.03.2008 08:31
www.campa.at
von Jürgen Wutzlhofer
gestern war ein voller tag. so voll, dass ich per blog erst heute über 3 highlights berichten kann/mag. was aber nach der zweiwöchigen pause eh schon eine mörder-verbesserung ist.
also, gestern. da war zum beispiel die gedenksitzung des wiener landtages und gemeinderates anläßlich der 70jahre zurückliegenden ereignisse des märz 1938, und des terrors zu dem diese führten. der bürgermeister, der landtagspräsident und zeitzeugen haben in eindrucksvoller und sehr berührender weise über dieses schwärzeste kapitel unserer geschichte gesprochen. eine geschichte, die uns verpflichtung sein muss. denn österreich ist ein land, in dem viele mittäter dieses bestialischen wahnsinns gelebt haben. michael häupl und godwin schuster, der erste gemeinderatsvorsitzende, haben aber auch in deutlicher weise darüber gesprochen, dass das ganze ja nicht ohne vorgeschichte passiert war. 1938 ist nicht ohne 1933 und ohne 1934 - und damit der ausschaltung der demokratie und die etablierung des faschistischen ständestaates - denkbar.
a propos gedenken: anlässlich des 125. todestages von karl marx möchte ich auf die letzte ausgabe von
misik-tv hinweisen, in der er die leiterin des karl marx hauses in trier interviewt. davor setzt er sich in satirischer weise mit dem wunsch johannes hahns auseinander, die medien mögen doch auch mal positives aus der politik berichten. abgesehen davon, dass das momentan schwer ist. und abgesehen davon, dass nicht nur johannes hahn einiges am keks geht, sondern er selbst einigen am selbigen herumspaziert - so zu tun, als spielten die österreichischen medien keine rolle bei der erosion politischer kultur, ist sicherlich falsch.
noch was, auch gestern: da habe ich mich auf die "ich komme vielleicht"-liste am wiki des
grazer politcamps eingetragen - stichwort: web 2.0 und politik - wird sicher sehr interessant...
Link:
www.wutzlhofer.net
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